Salginatobelbrücke
Der Berner Robert Maillart schuf neuartige und bahnbrechende Bauten, die ihn zu einem der bedeutensten Bauingenieure seiner Zeit machten. Mit der Entwicklung der unterzugslosen Pilzdecke gelang ihm der internationale Durchbruch. Seine erfolgreiche Unternehmung erstellte Bauwerke in Spanien, Frankreich, Italien, Finnland, Ägypten und Russland, wo ihn beim Bau einer riesigen Fabrik der Ausbruch des ersten Weltkriegs überraschte. 1918, nach der Revolution, kehrte Maillart mittelos in die Schweiz zurück. Hier begann er eine neue Laufbahn als projektierender Ingenieur mit einem Büro in Genf und Zweigbüros in Bern und Zürich. Herausragend in der Geschichte der Baukunst sind seine von ihm entwickelten Brückenbausysteme des Dreigelenk- Hohlkastenträgers und des versteiften Stabbogens.
Rober Maillart ist vor allem bekannt als innovativer Brückenbauer, dre sich zum eigentlichen Brückenbaukünstler entwickelte. Er leistete aber auch als innovativer Hochbauer und als Autor wissenschaftlicher Beiträge wesentliches zur Entwicklung der Betonbauweise und es konstruktiven Ingeieurbaus. Sein Werk hat weltweite Ausstrahlung und Bedeutung.
"Robert Maillart war einer der wenigen echten Konstrukteure unserer Epoche.
Er dachte in Zusammenhängen, im Gesamten" Max Bill, 1947
Salginatobelbrücke 1930
Der Entwurf für die Brücke über das Salginatobel im Prättigau steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Zerstörung der Tavanasabrücke 1927. Erstmals seit 25 Jahren wandte sich Maillart wieder dem hohlkastenförmigen Dreigelenkbogen zu. Mit über 90 Metern Spannweite ist die Salginatobelbrücke die am weitesten gespannte Brücke Maillart. Sie ist auch seine erste reine Betonbrücke. Kein artfremdes Beiwerk stört die klare Erscheinung.
Mallarts Werk veranschaulicht in hervorragender Weise das Streben nach den Idealen der Ingenieurbaukunst. Seine Konstruktionen sind sparsam konzipiert und ansprechend gestaltet.
Die Bedeutung Maillarts wurde in engen Fachkreisen zwar schon früh erkannt, einer breiteren Oeffentlichkeit wurde sein Werk aber erst mit dem um 1930 einsetzenden Veröffentlichungen von Siegfried Giedion (1888 - 1948) und mit dem Buch aus dem Jahre 1948 von Max Bill (1908 - 1994) zugänglich. In neuerer Zeit brachten verschiedene Publikationen von David Billington eine umfassende Würdigung.
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